Schon wieder Sonnenwende, schon wieder werden die Tage kürzer: Das halbe Jahr ist um. Am Horizont taucht bereits wieder Weihnachten auf, bevor man so richtig ein Gefühl für den Sommer entwickeln konnte… Woran liegt es, dass die Zeit immer schneller zu rasen scheint?
Wir Katholiken feiern heuer ein Heiliges Jahr! Ausgerufen hat es noch Papst Franziskus. Unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ werden in Rom in diesem Jahr rund 45 Millionen Pilger erwartet. Und ich bin eine von ihnen!
Am Johannisfriedhof gilt das ungeschriebene Gesetz: zu Ostern kommen Stiefmütterchen in die Schalen auf den Gräbern, zu Pfingsten Geranien und zu Allerheiligen Erika. Bis auf wenige Ausreißer hält man sich auch daran.
Das ist eine seltsame Zwischenzeit, die sich von Himmelfahrt bis Pfingsten spannt. Was wird passieren, jetzt, da Jesus nicht mehr bei ihnen ist? Die Jüngerinnen und Jünger schwanken zwischen Resignation und Hoffnung.
Der neue Papst, Leo XIV., hat mit seiner ersten Ansprache nach seiner Wahl davon gesprochen, dass er uns allen Frieden wünscht, aber dass wir auch selbst eingeladen sind, dafür zu sorgen, den Frieden in unserer Welt zu fördern.
Wir leben in einer Gesellschaft, die so offen polarisiert ist, wie schon lange nicht mehr. Auffällig ist dabei, dass denen, die gegen Toleranz, Offenheit, Güte, verständnisvolles Miteinander reden, predigen und wüten, nur immer ein Nein entgegengehalten wird.
Wir haben sehr bewegte Zeiten mit vielen Unsicherheiten, täglich gibt es neue, meist gruselige Nachrichten aus Washington, die Kriege in der Ukraine und in Nahost, der Tod von Papst Franziskus und nun die Kanzlerwahl mit einem Stolperstein und der Frage: wie wird es weitergehen nach dem Regierungswechsel?
Unsere Welt, wie wir sie kennen, die wir lieben lernten, in der wir aufgewachsen sind, diese Welt wird derzeit mutwillig von einer kleinen Gruppe Megareicher und ihrer oligarchischen globalen Handlanger zerstört.
Wir leben heute in einer Zeit rasanter Veränderungen: Neue Technologien bestimmen unser Denken und unser Leben. Sie stellen sogar unser Selbstverständnis als Mensch in Frage. Wozu bin ich denn hier? Was ist meine Aufgabe in dieser Welt? Und wer ist denn überhaupt Gott und wozu brauche ich ihn, wenn mir die technischen Möglichkeiten ein bequemes und vermeintlich sorgenloses Leben versprechen?
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, heißt es Abschied nehmen. Oft fließen Tränen, Trauer macht sich breit und die Welt bekommt ein anderes Gesicht.