Am Sonntag nach Ostern gab es im Gottesdienst den Bericht, dass Jesus den Aposteln erschienen war, aber Thomas nicht zugegen war. Als die Apostel dem Thomas berichteten, dass ihnen Jesus begegnet sei, meinte er: „Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“
Es gibt zwei Osterzeiten. Es gibt die Osterzeit der Kirchenlieder: fröhlich, jubelnd, triumphal. Der Tod ist überwunden, der Sieg errungen. Und dann gibt es die Osterzeit der Evangelien: ratlos, abwartend, manchmal froh, aber etwas verhalten.
Ich starte zur Abwechslung mal mit MI, Menschliche Intelligenz. Als die Idee einer Menschlichen Intelligenz aufkam, zunächst viel Für und Wider - wen wundert es. Begeisterte Befürworter, jedoch Skepsis und Bedenken, sogar Warnung vor Gefahren andererseits.
Oscar Romero war ein konservativer Priester. Er galt als unkritisch und loyal gegenüber der Obrigkeit. Als er 1977 zum Erzbischof von San Salvador ernannt wurde, steckte das Land in einer tiefen Krise.
Am Samstag wurde unser neuer Erzbischof Herwig Gössl in sein Amt eingeführt. Viele Menschen kamen nach Bamberg, haben für ihn gebetet und mit ihm zusammen seinen ersten Gottesdienst als Erzbischof von Bamberg gefeiert.
An diesem Samstag jährte sich der russische Überfall auf die Ukraine zum wiederholten Mal. Dieser Krieg ist längst kein regionaler Konflikt mehr, das war er übrigens nie. Er steht stellvertretend für jene Art und Weise, wie wir Menschen in der Gegenwart weiterleben wollen.
Eigentlich musste man ja jeden Tag damit rechnen, dass Kreml-Diktator Putin ihn endgültig beseitigen lässt: Alexej Nawalny. Und mit ihm - das war wohl das Kalkül dahinter - die Hoffnung auf Veränderung, auch, wenn nicht klar war, wie diese von einem abgezehrten Mann in einem arktischen Hochsicherheitstrakt hätte ausgehen sollen.
In einer meiner Berufsschulklassen kam letzte Woche die Frage auf, wieso es denn überhaupt den Fasching gibt Schon mal über die Bezeichnung „Fastnacht“ nachgedacht? Und „Karneval“ bedeutet „Fleisch, leb wohl“.
Die Sorge um die Demokratie hat am Samstag wieder viele Menschen auf die Straße getrieben. In Nürnberg kamen 25.000 Menschen zur Demo gegen Rechtsextremismus. Ich treffe einen jungen Mann. Auf seinem Schild steht: „Jesus hasst Nazis“.
Jetzt ist eine gefährliche Zeit. Hunderttausende waren auf der Straße und haben demonstriert. Es ist verführerisch jetzt zu sagen: „Na, dann hat die Mehrheit doch gezeigt, dass sie gegen rechts und für Demokratie ist“ und wieder zur Tagesordnung überzugehen.