Ich stehe am Rand eines nicht gerade englischen Rasens und schaue meinem Sohn beim Fußballspielen zu. Sein Verein führt gerade mit einem Tor, dass noch dazu er geschossen hat. Sehr elegant und überlegen übrigens. Und so etwas wie ein gewisser Stolz kommt in mir auf…
Wenn ich mich so in der Welt umschaue, dann wird es mir himmelangst – in Amerika wird ein Präsident vereidigt, der schon in seiner ersten Amtszeit deutlich gezeigt hat, was er von kritischen Menschen und überhaupt dem Rest der Welt hält.
Rund um Los Angeles, der Stadt „der Engel“ toben verheerende Walbrände, haben bereits tausende Häuser vernichtet und Menschenleben gekostet. Wo sind die Engel, wenn man sie wirklich einmal braucht?
Wir Jesuiten haben in unserer Kommunität eine sehr schöne Krippe, die einer meiner Mitbrüder, Benedikt, jeweils kunstvoll aufbaut und den Begegnungen der Menschen mit dem Jesuskind entsprechend umgruppiert. Jetzt stehen die Schafe nicht vereinzelt mit Hirten in den Feldern um die Krippe, sondern die drei Könige mit all ihren Untergebenen, Lastenträgern, Kamelführern und natürlich mit ein paar Kamelen und sogar einem Elefanten unmittelbar vor dem Stall.
Vielleicht haben auch Ihnen Texte von Dietrich Bonhoeffer schon mal durch schwere Zeiten geholfen? Seine Worte sind ehrlich und sie trösten. In diesen Tagen empfinde ich Sehnsucht nach diesen sehr bekannten Zeilen: Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Schon lange haben wir Weihnachten nicht mehr in solchen Krisenzeiten erlebt wie heuer. Sollten wir Weihnachten deshalb nicht absagen? Können wir feiern, wenn uns die Welt um die Ohren fliegt? Ich sage: Ja, man kann, man muss es sogar! Denn Weihnachten ist ja kein Fest, das über all das Grauenvolle eine Harmoniesoße gießt. Im Gegenteil. Weihnachten ist ein sehr realistisches Fest.
Die Adventszeit als Vorbereitung auf Weihnachten, ist eine besondere Zeit. Die Dunkelheit wird durch viele Lichter in Fenstern erhellt. Der Duft von Plätzchen und Glühwein zieht durch die Gassen der Stadt. Kalt ist es. Irgendwie ist alles anders.
Preisfrage: Was war am Samstag um 16:21 Uhr? Es war Sonnenuntergang, und in der kirchlichen Zeitrechnung begann ab diesem Moment der Sonntag, der erste Advent und ein neues Kirchenjahr.
Meine Enkeltochter Lara und ich beten gerne vor dem Schlafengehen. Wir bitten Gott, auf unsere Familie und Freunde aufzupassen. Am Ende hat Lara neulich den Satz gesagt: „Lieber Gott, pass bitte auch auf Dich auf.“
Unlängst erst ist es mir wieder passiert: Ich warte auf meinem Fahrrad an einer roten Ampel, ein Fußgänger überquert den Zebrastreifen, ich lächle ihn kurz an - und er, ein wenig überrascht, lächelt zurück. Irgendwie beschwingt fahre ich weiter. Das Lächeln, das sich seither in meinem Gesicht festgesetzt haben muss, trifft noch mindestens vier weitere Personen auf meinem Fahrweg.